Scolopendra morsitans
Beschreibung
Scolopendra morsitans ist die Typusart der Gattung Scolopendra und gilt als eine der anpassungsfähigsten und am weitesten verbreiteten Hundertfüßerarten. Sie besiedelt eine beeindruckende Bandbreite an Lebensräumen und kommt in unterschiedlichsten Habitaten vor – von ariden und semiariden Wüsten- und Steppengebieten bis hin zu tropischen Regenwäldern.
Entsprechend groß ist auch ihr Farbspektrum, das je nach Herkunft teils stark variiert und von rotköpfigen Braunformen über dunklere Varianten bis hin zu regionalen Ausprägungen mit bläulichen Beinringen reicht.
Aufgrund dieser enormen morphologischen und farblichen Variabilität besteht in der Wissenschaft der Verdacht, dass es sich bei S. morsitans möglicherweise um einen Artkomplex aus mehreren, noch nicht klar abgegrenzten Arten handeln könnte.
Je nach Herkunft und Lebensraum zeigt die Art zudem eine ausgeprägte unterirdische Phase, in der sie längere Trockenzeiten im Boden überdauert.
S. morsitans gilt als gut erforscht: Das Gift ist neurotoxisch, stark schmerzhaft und enthält unter anderem Serotonin, Proteine, Enzyme sowie Fettbestandteile. Diese Zusammensetzung ermöglicht nicht nur die rasche Lähmung der Beute, sondern unterstützt auch eine teilweise Vorverdauung außerhalb des Körpers, was die Nahrungsaufnahme deutlich erleichtert.
Überblick
Systematik
Verhalten
Terrarienhaltung
Terrarium
Substrat
Klima
Trockenphase: 2–3 Monate, Substrat überwiegend trocken (aber mit gefüllter Wasserschale), etwas mehr Belüftung
Feuchtphase: Dauer: 2–3 Monate, Substrat insgesamt mäßig feucht, Luftfeuchte leicht erhöht
Dekoration
Versteckmöglichkeiten in Form von Rindenstücken oder Steinen sind eher optional, da diese Art sich sehr gerne vergräbt.
Bedeckung des Substrats mit Laub und Moos als Versteck und zur Haltung der Substratfeuchtigkeit.
Wasser in Form einer gefüllten Wasserschale sollte stets zur Verfügung stehen.
Ernährung
- Steppengrillen
- Schokoschaben
- Mehlwürmer
- Junge Waldschaben
- Rosenkäfer und deren Puppen
- Abgetötet werden auch größere Insekten angenommen
Geschlechtsbestimmung
Bei Scolopendra morsitans ist ein äußerlich erkennbarer Geschlechtsdimorphismus vorhanden. Als wichtiges Merkmal gelten die Prefemora des letzten Beinpaares (Schleppläufe): Bei Männchen findet sich hier meist eine deutlich ausgeprägte, längs verlaufende Leiste bzw. Kante, während diese bei Weibchen fehlt oder nur schwach angedeutet ist.
Nachzucht
Die Art gilt zwar als robust in der Haltung und zeigt einen gewissen Geschlechtsdimorphismus, jedoch ist über erfolgreiche Zuchten bislang nur wenig dokumentiert. Tiere im Handel sind daher in der Regel Wildfänge.
Vermutlich spielen wechselnde klimatische Bedingungen eine entscheidende Rolle bei der Paarung und insbesondere bei der Eiablage.