Scolopendra sp. "Mint Leg"
Beschreibung
Bei Scolopendra “Mint Legs” handelt es sich um eine wissenschaftlich bislang unbeschriebene Form (Morph), die vor allem durch ihre leuchtend türkis- bis mintblauen Beine auffällt, während der Körper in der Regel hellorangebraun bis kastanienbraun gefärbt ist.
Nach aktuellem Kenntnisstand handelt es sich vermutlich um eine Hochlandform, die möglicherweise auf die Berg- und Karstlandschaften im Grenzgebiet zwischen Nordostvietnam (u. a. Provinzen wie Lang Son) und dem Südwesten Chinas (Guangxi-Region) beschränkt ist. Dieses Gebiet ist geprägt von kühlen, feuchten Hochlandbedingungen mit deutlicher Jahreszeitlichkeit: feucht-warmen Sommern sowie spürbar kühleren, oft nebeligen und regenreichen Wintern. Die Landschaft besteht vorwiegend aus schroffem Kalkkarst, tief eingeschnittenen Tälern und dichter Vegetation und bietet dadurch zahlreiche feuchte Mikrohabitate, die vermutlich eine wichtige ökologische Grundlage für das Vorkommen dieser Form darstellen.
Im Gegensatz zu vielen anderen asiatischen Scolopendra-Arten sind die Jungtiere zunächst eher unscheinbar gefärbt und entwickeln erst im Laufe der Zeit die auffällige, kontrastreiche Färbung der Beine und Tergite, die für diese Morph charakteristisch ist.
Überblick
Systematik
Verhalten
Terrarienhaltung
Terrarium
Substrat
Klima
Dekoration
Versteckmöglichkeiten in Form von Rindenstücken oder flachen Steinen.
Bedeckung des Substrats mit Laub und Moos als zusätzliche Deckung und zur Haltung der Substratfeuchtigkeit
Wasser in Form einer gefüllten Wasserschale sollte stets zur Verfügung stehen
Ernährung
- Steppengrillen
- Wanderheuschrecken
- Waldschaben
- Rosenkäfer und deren Puppen
- Abgetötet werden auch größere Insekten angenommen
Geschlechtsbestimmung
Für Scolopendra sp. “Mint legs” sind keine äußerlichen Geschlechtsmerkmale bekannt.
Nachzucht
Nachwuchs ist bisher im Hobby nur durch Wildfang-Weibchen in Europa bekannt.
Plings sind heikel in der Aufzucht und reagieren empfindlich auf falsche Haltungsparameter.
Eine Verpaarung in Gefangenschaft ist bisher noch nicht dokumentiert.
Klima (Temperatur + Feuchte + Stabilität) dürfte für Paarung, Eiablage und erfolgreiche Entwicklung bei Scolopendra sp. “Mint legs” eine zentrale Rolle spielen.
Als Hochlandtiere sind sie deutlich anspruchsvoller und weniger tolerant gegenüber warm-trockenen Schwankungen als Hunderfüßer die im Tiefland vorkommen.
Bissberichte
Bissbericht Scolopendra “Mint Legs” (Jungtier, ca. 2 Monate / Pling): Das Tier biss in den Fingerrücken des rechten Ringfingers. Der Schmerz war sofort stark, stechend und brennend, in der Intensität vergleichbar mit einem Wespenstich. Es kam zu deutlicher Schwellung, Rötung sowie Bläschenbildung an der Bissstelle.
Schmerzen und Schwellung ließen nach etwa 5 Stunden deutlich nach, das Restgefühl im Finger verschwand nach ungefähr 24 Stunden. Nach rund 5 Tagen war die Verletzung vollständig verheilt.