Scolopendra sp. "Mint Leg"

Beschreibung

Bei Scolopendra “Mint Legs” handelt es sich um eine wissenschaftlich bislang unbeschriebene Form (Morph), die vor allem durch ihre leuchtend türkis- bis mintblauen Beine auffällt, während der Körper in der Regel hellorangebraun bis kastanienbraun gefärbt ist.

Nach aktuellem Kenntnisstand handelt es sich vermutlich um eine Hochlandform, die möglicherweise auf die Berg- und Karstlandschaften im Grenzgebiet zwischen Nordostvietnam (u. a. Provinzen wie Lang Son) und dem Südwesten Chinas (Guangxi-Region) beschränkt ist. Dieses Gebiet ist geprägt von kühlen, feuchten Hochlandbedingungen mit deutlicher Jahreszeitlichkeit: feucht-warmen Sommern sowie spürbar kühleren, oft nebeligen und regenreichen Wintern. Die Landschaft besteht vorwiegend aus schroffem Kalkkarst, tief eingeschnittenen Tälern und dichter Vegetation und bietet dadurch zahlreiche feuchte Mikrohabitate, die vermutlich eine wichtige ökologische Grundlage für das Vorkommen dieser Form darstellen.

Im Gegensatz zu vielen anderen asiatischen Scolopendra-Arten sind die Jungtiere zunächst eher unscheinbar gefärbt und entwickeln erst im Laufe der Zeit die auffällige, kontrastreiche Färbung der Beine und Tergite, die für diese Morph charakteristisch ist.

Scolopendra sp. "Mint Leg" Scolopendra sp. “Mint Leg”
Scolopendra sp. "Mint Leg" Scolopendra sp. “Mint Leg”

Überblick

Informeller Name: Scolopendra sp. "Mint Leg"
Größe: 20-25 cm
Verbreitung: Nordost-Vietnam (Provinz Lang Son, Cao Bằng), Südchina (Provinz Guangxi)
Klimazone: kühl-feuchtes tropisches Hochlandklima

Systematik

Stamm: Myriapoda
Klasse: Chilopoda
Ordnung: Scolopendromorpha
Familie: Scolopendridae
Unterfamilie: Scolopendrinae
Gattung: Scolopendra

Verhalten

Lebensweise: Üüberwiegend nachtaktiv; tagsüber versteckt unter Steinen, in und unter Totholz oder Laub.
Temperament: Die Art kann äußerst nervös reagieren, sowohl als Pling als auch als adultes Tier. Bei Störungen wird entweder mit blitzartiger mit Flucht oder direkter Verteidigung reagiert.

Terrarienhaltung

Anspruch: Schwere Haltung
Geeignet für: Erfahrene Halter aufgrund der speziellen klimatischen Ansprüche

Terrarium

Größe: 40x30x30cm
Belüftung: Doppelbelüftung. Die Art ist auf gute Belüftung angewiesen jedoch darf der Behälter dadurch nicht austrocknen.

Substrat

Zusammensetzung: 70% Torf / 20% Lehm / 10% Sand
Substrathöhe: Mindestens 10cm
Substratfeuchtigkeit: Feucht (aber nicht nass!), das Substrat sollte nie vollständig austrocknen.

Klima

Simulation von trockenen und feuchten Phasen.
Temperatur: 18-22°C, höhere Temperaturen führen vor allem bei Plings zum raschen Tod. Besondere Gefahr besteht im Hochsommer!
Rel. Luftfeuchtigkeit: 70-80%

Dekoration

Versteckmöglichkeiten in Form von Rindenstücken oder flachen Steinen.
Bedeckung des Substrats mit Laub und Moos als zusätzliche Deckung und zur Haltung der Substratfeuchtigkeit
Wasser in Form einer gefüllten Wasserschale sollte stets zur Verfügung stehen

Ernährung

  • Steppengrillen
  • Wanderheuschrecken
  • Waldschaben
  • Rosenkäfer und deren Puppen
  • Abgetötet werden auch größere Insekten angenommen

Geschlechtsbestimmung

Für Scolopendra sp. “Mint legs” sind keine äußerlichen Geschlechtsmerkmale bekannt.

Nachzucht

Nachwuchs ist bisher im Hobby nur durch Wildfang-Weibchen in Europa bekannt.

Plings sind heikel in der Aufzucht und reagieren empfindlich auf falsche Haltungsparameter.

Eine Verpaarung in Gefangenschaft ist bisher noch nicht dokumentiert.

Klima (Temperatur + Feuchte + Stabilität) dürfte für Paarung, Eiablage und erfolgreiche Entwicklung bei Scolopendra sp. “Mint legs” eine zentrale Rolle spielen.

Als Hochlandtiere sind sie deutlich anspruchsvoller und weniger tolerant gegenüber warm-trockenen Schwankungen als Hunderfüßer die im Tiefland vorkommen.

Bissberichte

Bissbericht Scolopendra “Mint Legs” (Jungtier, ca. 2 Monate / Pling): Das Tier biss in den Fingerrücken des rechten Ringfingers. Der Schmerz war sofort stark, stechend und brennend, in der Intensität vergleichbar mit einem Wespenstich. Es kam zu deutlicher Schwellung, Rötung sowie Bläschenbildung an der Bissstelle.

Schmerzen und Schwellung ließen nach etwa 5 Stunden deutlich nach, das Restgefühl im Finger verschwand nach ungefähr 24 Stunden. Nach rund 5 Tagen war die Verletzung vollständig verheilt.