Einstieg in die Hundertfüßerhaltung

Auch ohne Vorerfahrung in der Terraristik, kann man erfolgreich in die Terrarienhaltung von Hundertfüßern einsteigen. Sollte man schon Erfahrungen in der Terraristik haben, muss man sich bewusst sein:

Skolopender sind… anders

Man kann nur sehr wenig Erfahrungswerte von anderen Terrarientieren auf Skolopender übertragen!

Skolopender reagieren zuweilen empfindlich auf die Auswahl des Bodengrundes und das falsche Klima. Tendenziell kommen Hundertfüßer besser mit niedrigeren Temperaturen zurecht, als mit zu hohen.

Sicherheit geht vor

Bei der Auswahl des passenden Terrariums sollte man die Aspekte Sicherheit und Belüftungsflächen nicht vernachlässigen.

Im Zweifel lieber mehr Platz zur oberen Öffnung des Terrariums als zu wenig.

Selbst erfahrene Halter unterschätzen gelegentlich wie schnell und bemüht Skolopender bei der Flucht sein können.

Abstand halten!

Skolopender sind Gifttiere. Darum sollte man die Tiere nie anfassen.

Auch wenn die Giftwirkung oft etwas übertrieben dargestellt wird, sollte man lieber mit Hilfsmitteln im Terrarium arbeiten.

Die Auswahl des ersten Skolopenders

Die Auswahl von Skolopendern im Hobby hängt stark von den jeweiligen Importen ab. Dennoch gibt es ein paar Arten, die regelmäßig angeboten werden und man für den Einstieg empfehlen kann:

Lernen und auf Erfahrungen anderer zugreifen

Die Literatur zu Hundertfüßern ist im Vergleich zu anderen Terrarientieren zwar überschaubar, bietet jedoch bereits wertvolle Informationen. Eine kleine Übersicht findet sich unter Literatur.

Vielleicht finden sich in unseren Artenprofilen bereits genaue Informationen zu der gesuchten Art.

Die größten Fragen in der Skolopender-Haltung

Was soll ich füttern?

Wir haben uns intensiv mit dem Thema Ernährung von Hundertfüßern auseinandergesetzt. In unserer Übersicht findet man sicherlich das richtige für juvenile, subadulte und adulte Hundertfüßer.

Wie oft soll ich das Tier füttern?

Ein pauschales Fütterungsintervall kann man leider nicht nennen. Der Bedarf an Nahrung hängt vom Stadium des Hundertfüßers, der Qualität der Futtertiere und oftmals auch der Aktivität ab.
Jungtiere kann man ruhig häufiger füttern, wohingegen bei adulten Tieren ein Intervall von ein bis zwei Wochen völlig ausreicht. In der Regel empfiehlt sich, dass man nicht gefressene Futtertiere am Tag nach der Fütterung wieder entfernt und noch ein paar Tage bis zum nächsten Versuch wartet. Erfahrenere Halter können am Aktivitätsniveaus des Hundertfüßers sehen, ob sie füttern sollten, oder nicht.

Ist das Tier zum Beispiel in der Nacht zuvor an der Oberfläche zu beobachten, ist eine darauffolgende Fütterung in der Regel unproblematisch. Zeigt sich ein Tier jedoch über längere Zeit nicht, kann es sich in der Häutung befinden und sollte nicht gefüttert werden.

Besteht Unsicherheit, kann man über Nacht ein getötetes Futtertier anbieten und am nächsten Tag prüfen, ob es gefressen wurde. Gleiches gilt für sehr versteckt lebende Arten. Manchmal verstecken sich Hundertfüßer für längere Zeit und lassen sich mitunter bis zu einem halben Jahr nicht sehen – sie kommen in dieser Zeit problemlos ohne Nahrung aus.

Ich hätte gerne diese große / bunte Art!

Große oder auffällig gefärbte Hundertfüßer sehen auf Bildern meist sehr beeindruckend aus, jedoch bringen viele dieser Arten in der Praxis gewisse Schwierigkeiten mit sich. Einige besonders bunt gefärbte Tiere reagieren sehr nervös und eignen sich daher eher für fortgeschrittene Halter. Andere Arten sind wiederum extrem versteckt lebend, was gerade für Einsteiger entäuschend sein kann, weil sie ihr Tier nur selten zu sehen bekommen.

Sollte die schöne Art aus dem Hochland kommen, wie beispielsweise der “Malaysian Jewel”, ist die Haltung und Pflege sehr anspruchsvoll. Kleine Fehler führen oft zum Tod des Tieres, was den Einsteiger schnell frustriert.
Große Arten sind meist begehrt, was sich auch in den Preisen niederschlägt. Haltungsfehler werden hier oft teuer bezahlt - im wahrsten Sinne des Wortes.

Kann ich auch mit Jungtieren (Pedelings) in die Hundertfüßerhaltung einsteigen?

Pedelings sind eine gute Möglichkeit, vergleichsweise günstig in das Hobby der Hundertfüßerhaltung einzusteigen. Allerdings kommt es bei jungen Skolopendern immer wieder zu Ausfällen, was für Einsteiger mitunter entmutigend sein kann. Besonders Tiere, die zu früh von der Mutter getrennt wurden, zeigen häufig Probleme in ihrer weiteren Entwicklung. Zudem reagieren junge Skolopender deutlich empfindlicher auf Haltungsfehler als adulte Tiere.

Ist man sich dieser Punkte bewusst, kann man dennoch gut mit Pedelings in das Hobby starten. Besonders Arten wie Scolopendra dehaani oder Scolopendra gracillima gelten als sehr robust und lassen sich in der Regel problemlos großziehen.