Laufbeine und Schleppläufe

Die Laufbeine entspringen aus der Coxopleura. Jedes Bein besteht aus mehreren Segmenten:

Coxa – Prefemur – Femur – Tibia – Tarsus – Pretarsus.

Am Pretarsus sitzen die Klauen sowie ein zusätzlicher Klauensporn, der die Haftung verbessert.

Das letzte Beinpaar bildet die Schleppläufe (Endbeine). Diese dienen nicht der Fortbewegung, sondern erfüllen spezialisierte Funktionen. Am letzten Segment befinden sich zudem stark sklerotisierte Coxopleuralfortsätze, deren Form und Bedornung wichtige Merkmale zur Artbestimmung liefern.

Dorsale Ansicht Schleppbeine

Dorsale Ansicht Schleppbeine

Ventrale Ansicht Schleppbeine

Ventrale Ansicht Schleppbeine

Funktion der Schleppläufe

Die Schleppläufe erfüllen mehrere biologische Aufgaben.

Abwehr und Täuschung

Arten wie Alipes erzeugen mit modifizierten Schleppläufen Stridulationsgeräusche. Rhysida-Arten können ihre Endbeine abwerfen (Autotomie), um Fressfeinde abzulenken.

Viele Scolopendra-Arten nehmen Drohhaltungen ein, bei denen die Schleppläufe angehoben werden.

Klettern und Verankerung:

Besonders eindrucksvoll ist dies bei Scolopendra gigantea, die sich mit den Schleppläufen an Höhlendecken festhält, um Fledermäuse zu erbeuten. Ähnliches Verhalten wurde auch bei S. subspinipes und S. dehaani beobachtet.

Kommunikation:

Während der Paarung werden die Schleppläufe aktiv zur taktilen Kommunikation zwischen den Geschlechtern eingesetzt.

Täuschung:

Bei einigen Arten, etwa Scolopendra heros, ähneln die hinteren Körpersegmente farblich dem Kopf. In Kombination mit den Schleppläufen kann so ein “falscher Kopf” vorgetäuscht werden.