Geschlechtsbestimmung

Die Frage nach dem Geschlecht eines Hundertfüßers beschäftigt viele Halterinnen und Halter – doch die Antwort ist meist komplizierter, als man denkt. Anders als bei vielen anderen Arthropoden wie Spinnen und Skorpionen sind äußerliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Hundertfüßern oft nur sehr schwer zu erkennen.

In vielen Arten sehen die Geschlechter nahezu gleich aus, und eindeutige Merkmale lassen sich häufig nur unter dem Mikroskop oder Binokular feststellen.

Gibt es äußerliche Unterschiede?

Je nach Art können kleinere, aber nicht immer zuverlässige Unterschiede auftreten:

Sicherere Merkmale – aber nur für Fachleute sichtbar

Eine eindeutige Geschlechtsbestimmung erfolgt in der Regel über die Geschlechtsöffnungen und bestimmte Spezialstrukturen:

  • Genitalporen bzw. Gonoporen am hinteren Körperbereich
  • spezielle Gonopoden (umgewandelte Beinpaare bei einigen Arten)

Diese Merkmale sind klein, schwer zugänglich und bei lebenden Tieren kaum zu erkennen, weshalb meist nur Fachleute oder Wissenschaftler Hundertfüßer zuverlässig bestimmen können. Zudem fehlt es in vielen Fällen an ausreichend Vergleichsmaterial und aussagekräftigen Bildern.

Verhalten kann Hinweise geben

Auch das Fortpflanzungsverhalten kann Aufschluss geben. Bei der Paarung produzieren Männchen Spermatophoren, die vom Weibchen aufgenommen werden. Außerhalb solcher Fortpflanzungssituationen bleiben Männchen jedoch in der Regel genauso unscheinbar und schwer zu unterscheiden wie Weibchen.

Zudem ist bekannt, dass adulte Weibchen gelegentlich unbefruchtete Eier ablegen können. Zeigt ein Tier dieses Verhalten, kann ein solches Verhalten eindeutig belegen, dass es sich um ein Weibchen handelt.

Fazit

Die Geschlechtsbestimmung bei Hundertfüßern bleibt eine Herausforderung. Sichtbare Unterschiede sind artabhängig, subtil und oft unsicher. Wer ein Tier als “männlich” oder “weiblich” angeboten bekommt, sollte sich bewusst sein: In vielen Fällen bleibt es eine gut begründete Vermutung – außer es liegen klare reproduktive Merkmale vor.