Einzelgänger

Skolopender sind ausgeprägte Einzelgänger. Vergesellschaftungsversuche enden in den meisten Fällen nicht in einer erfolgreichen Paarung, sondern in Stress oder Kannibalismus – selbst dann, wenn die Geschlechter eindeutig bestimmt wurden.

Neben adultem Kannibalismus sind auch Formen der Brutkannibalistik dokumentiert: Bei einigen Arten frisst entweder das Muttertier die eigenen Jungtiere, oder – insbesondere bei südamerikanischen Arten – die Jungtiere verzehren nach der Aufzucht ihre Mutter.

Aus diesen Gründen sollten Skolopender in der Terrarienhaltung grundsätzlich einzeln gepflegt werden.

Es existieren einzelne Ausnahmen: Für Rhysida longipes sowie Scolopendra multidens liegen Berichte über zeitweise funktionierende Gemeinschaftshaltungen vor. Auch Kronmüller beschreibt für Scolopendra canidens unter bestimmten Bedingungen eine eingeschränkt tolerierbare Gruppenhaltung1. Diese Fälle bleiben jedoch die Ausnahme und sind nicht als allgemeine Empfehlung zu verstehen.


  1. 2013 - Kronmüller - “Hundertfüßer” ↩︎