Giftapparate

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme sind die Giftklauen der Hundertfüßer keine Mundwerkzeuge, sondern umgewandelte erste Beinpaare. Diese sogenannten Forcipulen sind zangenartig geformt und bestehen aus vier bis fünf Segmenten: einem großen Trochanteroprefemur, zwei kurzen Segmenten (Femur und Tibia) sowie einer endständigen Klaue.

Während die Endklaue bei den Scutigeromorpha aus zwei Segmenten (Tarsus und Ungulum) besteht, sind diese bei allen anderen Hundertfüßern miteinander verschmolzen und werden als Tarsungulum bezeichnet1.

In den Forcipulen befinden sich die Giftdrüsen. Diese sind von einer dicken Cuticula und Epidermis umgeben und bestehen aus zahlreichen epithelialen Sekretionseinheiten, von denen jede über ein eigenes ventilartiges Ausführungssystem verfügt2. Eine derartige Kombination aus modifizierten Gliedmaßen und komplexem Giftapparat ist unter Gliederfüßern einzigartig.

Maxilipeden von Scolopendra alternans Maxilipeden von Scolopendra alternans.